Meditation heilt

Was ist Meditation ?


Hinter dem harmlosen & oft irreführenden Begriff »Meditation« verbirgt sich eine Reihe von Formen der Geistesschulung. Der Pali-Begriff für »Meditation« ist »Bhāvanā« & bedeutet Kultivierung der guten Qualitäten des Geistes :

Liebe, Mitgefühl, Freude, Mitfreude, Gleichmut, Gelassenheit, Bewusstsein, Stabilität (Konzentration), Vertrauen, rechte Anstrengung, Weisheit.

»Meditation« ist eine tiefe, vertraute Beziehung zum eigenen Geist & inneren Erleben. Methode oder Technik sind weniger wichtig.


Wir bewegen uns blindlings auf einen Fortschritt zu, der auf Ablenkung, Versuchung & Konsum basiert. Je komplexer das tägliche Leben wird & je mehr Auswahlmöglichkeiten & Entscheidungen sich auftürmen, desto wichtiger wird es, unseren Geist zu beruhigen & zu sammeln. Wir müssen Innehalten & das Ganze sehen.

Sammlungs-Meditation bringt uns in einer ganz unnachahmlichen Weise immer wieder in den gegenwärtigen Augenblick. Sie führt uns aus dem vornehmlich begrifflichen, diskursiven Durcheinander heraus & moduliert unsere verrückten Geistes-Tätigkeiten herunter.


Die klassische, buddhistische Meditation kennt zehn Stufen der Geistesschulung: vom Anfänger über den geschulten Meditierenden bis zum Meditationsmeister.

Die Gehirnforschung zeigt die sowohl funktionellen als auch strukturellen positiven Auswirkungen der Meditation - je nach Meditationsstufe:

  • Veränderung des Gehirns durch dessen Gebrauch – "Neuroplastizität".
  • Aktivierung des parasympathische Nervensystems – der „Ruhenerv" oder „Erholungsnerv" dient der Erholung und dem Aufbau körpereigener Reserven.
  • Senkung der Atmungsrate.
  • Rückgang des Sauerstoffverbrauchs um bis zu 30%.
  • Abnahme der elektrischen Hautleitfähigkeit.
  • Verzicht des Magens auf sein saures Verdauungsmilieu.
  • Blut wird sauer und entgiftet über die Nieren.
  • Die Frequenz der Hirnwellen wechselt von Beta- zu Alpha- und Thetawellen – ein Zeichen dafür, dass Neuronen kohärent "feuern". Kohärenz ist ein harmonischer, hocheffizienter Zustand, in dem Heilung stattfindet. Die Erhöhung der persönlichen Kohärenz schafft eine Ausrichtung von Geist, Körper, Emotionen und Seele durch die Kraft des Herzens.
  • Die Stoffwechselaktivität in den Scheitellappen im Gehirn wird zurückgefahren.  Dadurch verblasst die Präsenz des eigenen Körpers und der Mensch wird mehr purer Geist.
  • Die Selbstzensur des Hippocampus wird überlistet – neue Welten öffnen sich.
  • Körpereigene Drogen werden ausgeschüttet.
  • Allgemeine erhöhte Sensibilität und gesteigerte Aufmerksamkeit.
  • Die Myelinisierung wird angeregt – darunter versteht man die Umhüllung der Nervenfasern mit einer "Schutzschicht".

Auf den spirituellen Wegen der Meditation sind nicht die Worte entscheidend, die rationales Wissen vermitteln (s. o.), sondern allein die Erkenntnis, die aus dem Erleben erwächst – aus der eigenen Erfahrung.


Empfohlene Literatur:

Ott, Ulrich:

  • Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst. O.W. Barth.

Culadasa John Yates:

  • Handbuch Meditation. Arkana.

Bhante Henepola Gunaratana:

  • Die Praxis der Achtsamkeit. Eine Einführung in die Vipassana-Meditation.
  • Von der Achtsamkeit zur Sammlung: Eine Einführung in die tieferen Stadien der Meditation. Kristkeitz