Warum Meditation, Achtsamkeit ?


"Der Mensch beschaut sein Spiegelbild nicht im fließenden Wasser. Er kann es nur im stillen Wasser sehen."   — Taoistisches Sprichwort


Wir bewegen uns blindlings auf einen Fortschritt zu, der auf Ablenkung, Versuchung und Konsum basiert.

Je komplexer das tägliche Leben wird und je mehr Auswahlmöglichkeiten und Entscheidungen sich auftürmen, desto wichtiger wird es, unseren Geist zu beruhigen und zu sammeln. Wir müssen Innehalten und das Ganze sehen.

Sammlungs-Meditation bringt uns in einer ganz unnachahmlichen Weise immer wieder in den gegenwärtigen Augenblick. Sie führt uns aus dem vornehmlich begrifflichen, diskursiven Durcheinander heraus und moduliert unsere verrückten Geistes-Tätigkeiten herunter.

 

Modernste Forschungen beweisen: Meditation/Achtsamkeit hat eine enorm positive Wirkung auf unser Leben.


Was ist Meditation ?


Hinter dem harmlosen und oft irreführenden Begriff »Meditation« verbirgt sich eine Reihe von Formen der Geistesschulung. »Meditation« (»Bhāvanā«) bedeutet Kultivierung der guten Qualitäten des Geistes:

  • Liebe, Mitgefühl, Freude, Mitfreude, Gleichmut, Gelassenheit, Bewusstsein, Stabilität (Konzentration), Vertrauen, rechte Anstrengung, Weisheit

 

»Meditation« ist eine tiefe, vertraute Beziehung zum eigenen Geist und inneren Erleben. Methode oder Technik sind weniger wichtig.


Was ist Achtsamkeit ?


Begriffe wie »Achtsamkeit« und »mindfulness« sind Modewörter geworden. Einerseits erfreut sich damit das alte, buddhistische Konzept der Achtsamkeit »Sati«, mit seiner Übungs-Praxis und heilsamen Wirkung, zunehmender Wertschätzung. Andererseits werden diese Begriffe aus ihren Kontexten herausgehoben und ihr ursprünglicher Bedeutungsgehalt geht verloren. »Sati«sst sich nicht ohne Umstände in die westliche Denkweise nur mit »Achtsamkeit« übersetzen. »Sati« kann definiert werden als:

 

  • eine eingestimmte, intentionale Beziehung zu jemandem, etwas, einem inneren oder äußeren Prozess;
  • Erinnerung an den gegenwärtigen Moment;
  • Bereitschaft, allen Ereignissen und Erfahrungen - innerlich wie äußerlich - gleichermaßen nahe zu sein, mit feinem Gespür, Freundlichkeit und Verständnis;
  • ruhen in einem nicht‑reaktiven Geist. Enger Kontakt mit unseren Sinnen. Im Geist bewahren, was wir wertschätzen;
  • ein Standpunkt, von dem aus wir die Natur unseres Geistes verstehen können.

 

Die Natur unseres Geistes zu verstehen ist ein wichtiger Teil von »Sati«. In der Praxis wirkt Achtsamkeit nicht isoliert, sondern arbeitet mit anderen extrem wichtigen mentalen Faktoren zusammen:

  • Einsicht, Sammlung, Stabilität, Ruhe des Geistes, Untersuchung von Phänomenen, Mitgefühl, Freude, Mitfreude, Gleichmut.