Was ist Achtsamkeit ?


»Sati«, ein Begriff aus der altindischen Sprache »Pali« lässt sich nicht ohne Umstände in die westliche Denkweise nur mit »Achtsamkeit« übersetzen. Achtsamkeit ist inzwischen durch inflationären Gebrauch weitgehend sinnentleert worden und verflachte zu einer Worthülse in der »MacMindfulness-Bewegung«. Achtsamkeit wird heute vor allem als Optimierung von Aufmerksamkeit verstanden. Bei der Übertragung in den Westen ist der ethische Rahmen – in dem es um die Reduzierung von Leiden und das Erkennen der Ursachen von Leiden geht – verloren gegangen.

 

»Sati« kann definiert werden als:

  • eine eingestimmte, intentionale Beziehung zu jemandem, etwas, einem inneren oder äußeren Prozess
  • Erinnerung an den gegenwärtigen Moment
  • Bereitschaft, allen Ereignissen und Erfahrungen – innerlich wie äußerlich – gleichermaßen nahe zu sein, mit feinem Gespür, Freundlichkeit und Verständnis
  • ruhen in einem nichtreaktiven Geist. Enger Kontakt mit unseren Sinnen. Im Geist bewahren, was wir wertschätzen
  • ein Standpunkt, von dem aus wir die Natur unseres Geistes verstehen können

Die Natur unseres Geistes zu verstehen ist ein wichtiger Teil von »Sati«. In der Praxis wirkt Achtsamkeit nicht isoliert, sondern arbeitet mit anderen extrem wichtigen mentalen Faktoren zusammen:

  • Einsicht
  • Sammlung, Stabilität, Ruhe des Geistes
  • Untersuchung von Phänomenen
  • Mitgefühl
  • Freude, Mitfreude
  • Gleichmut.


Empfohlene Literatur:

Analayo:

  • Der direkte Weg. Achtsamkeitsmeditation entsprechend ihrer Darstellung im Satipatthana. Beyerlein &. Steinschulte.

Williams, Mark, Kabat-Zinn, Jon:

  • Achtsamkeit Ihre Wurzeln, ihre Früchte. Arbor.